Guanidin

Guanidin ist ein Harnstoffderivat, welches auch Iminoharnstoff, Aminomethanamidin oder Carbamidin genannt wird. Es besitzt starke basische Eigenschaften und liegt daher weitgehend in Salzform vor. In der Natur kommt die Guanidingruppe in der Aminosäure Arginin sowie im Harnstoffwechsel vor. Erstmals 1861 wurde Guanidin synthetisiert, die Aufklärung der Kristallstruktur gelang jedoch erst 148 Jahre später. Guanidine sind kationaktive Substanzen, die heute in der Wundversorgung und der Desinfektion nicht mehr wegzudenken sind. Wegen des salzhartigem Charakter ist der Dampfdruck sehr gering, sodass bei den Gebrauchslösungen keine Geruchsbelästigungen entstehen.

 

Guanidinderivate sind vielfach zu finden, bei dem von uns eingesetzte Guandin handelt es sich um Polyhexamethylen-

biguanidin (PHMB), welches sich in Kombination mit anderen Wirkstoffen auch ausgezeichnet für Kaltvernebelung oder Heißvernebelung eignet. Damit lassen sich mit den von uns eingesetzten Guanidin-Wirkstoffkombinationen wirksame und nachhaltige 3-D Desinfektionen durchführen.

 

Das Funktionsprinzip der Abtötung der Krankheitserreger basiert auf der ständig positiv geladenen, also kationischen Oberfläche des Wirkstoffes. Dadurch lagert sich das Desinfektionsmittel an die negativ geladenen, hydrophilen Enden der Phospholipide an. Die Zelle wird penetriert, hydrophile Poren entstehen und die Proteinfunktion wird gestört. Es kommt zum Verlust der osmoregulatorischen und physiologischen Funktionen, der Stoffwechsel funktioniert somit nicht mehr, die Folge ist schließlich die Lyse, d.h. der Zelltod.