Estrich-Dämmschicht-Desinfektion

Eine Besonderheit der Flächendesinfektion ist die Estrich-Dämmschicht Desinfektion.


Wann der Einsatz einer Estrich-Dämmschicht Desinfektion sinnvoll ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Von grundsätzlicher Bedeutung ist die Klärung der Situation dahingehend, ob eine Trocknung der Dämmschicht überhaupt möglich und/oder wirtschaftlich sinnvoll ist bzw. ob ein Rückbau notwendig ist.

 

Ein Rückbau des Estrichs ist jedoch immer nur die „Ultima Ratio“, also die zu allerletzt in Erwägung zu ziehende Maßnahme. Zuerst muss immer geprüft werden, ob es nicht weniger zerstörende Maßnahmen gibt, um die Sanierung des Estrich-Aufbaus zu ermöglichen. Ein Rückbau sollte auch im Hinblick auf die Betroffenen vermieden werden, da Rück- und Wiederaufbau umfangreiche Einschränkungen und Belästigungen mit sich bringen. Zu guter Letzt führen Baumaßnahmen wie die Entfernung, Beseitigung und Wiederherstellung des Estrichs zu hohen Kosten. Deshalb gilt:

 

Eine Estrich-Dämmschicht Desinfektion ist, sofern technisch, möglich immer vorzuziehen.

 

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass beim Eindringen von „Schmutzwassern“ gleich welcher Art eine Desinfektion der Dämmschicht zwangsläufig ist. Mikrobielle Untersuchungen erübrigen sich in derartig gelagerten Fällen, sieht man vom Nachweis des Sanierungserfolges (Freimessung) ab.

Bei Grauwassern (ohne Küchenabwässer) sowie bei Frisch- bzw. Trinkwasserschäden sollte die Estrich-Dämmschicht Desinfektion von den Ergebnissen der mikrobiellen Untersuchungen abhängig gemacht werden. Dabei ist anzumerken, dass die mikrobiellen Untersuchungen nicht nur auf Schimmelpilze, sondern auch auf Bakterien (Fäkalkeime und ggfs. Actinetobacter) erfolgen sollte.

 

Regelmäßig werden Behauptungen in den Raum gestellt, dass die Desinfektion des Fußbodenaufbaus keine wirksame Sanierungsmaßnahme darstellt. Diese Behauptungen sind schlicht und ergreifend falsch.

So werden Versuche mit „irgendwelchen Desinfektionsmitteln“ als Beweis herangezogen. Grundvoraussetzung für eine wirksame Sanierung ist jedoch die Wahl des richtigen Desinfektions-/Sanierungsmittels sowie die abgestimmte Konzentration und Einwirkzeit.

Weiterhin wird behauptet, es handelt sich nur um eine selektive Verminderung der Keimzahlen. Dies ist richtig, gleichwohl bewusst irreführend. Die Alternative zu einer desinfektorischen Schimmelpilzsanierung im Fußboden-bereich wäre ein Rückbau. Wer jedoch glaubt durch einen Rückbau eine Keimfreiheit bzw. die 100 % - ige Beseitigung des Befalls zu erzielen, ist mehr als nur auf dem „Holzweg“. Eine Freimessung mit "0" gibt es nicht, jede Sanierungsmaßnahme ist immer im Verhältnis zum „normalen Hintergrundwert“ zu sehen.

 

In der Sache völlig daneben liegen Argumente, dass der Kontakt von Schimmelpilzen mit Fungiziden zu einer Stimulation der Mykotoxinproduktion führen kann. Wissenschaftliche Nachweise dieser Art sind jedoch nur für das Gegenteil zu finden. Mykotoxine und Endotoxine können durch Persäuren definitiv zerstört werden. (Wallhäusers Praxis der Sterilisation, Desinfektion, Antiseptik und Konservierung, 2012).
Ob Mykotoxine bei einem Rückbau mit entsprechender Raumluftfiltration entstehen oder entstehen können, ist im Übrigen ebenfalls nicht geklärt. Ob darüber hinaus die Filterleistung bzw. die Rückhaltefunktion der Filter immer angepasst sind, darf ebenfalls bezweifelt werden. Auch gibt es heute keinerlei Informationen über eine mögliche Problematik von Ultrafeinstäuben, wie sie bei entsprechendem Abriss des Bodenaufbaus entstehen.

 

Auch Hinweise auf Bestandteile von Bakterien und Schimmelpilzen/Schimmelpilzsporen als Problem, weil diese gegebenenfalls ein allergenes Potenzial haben, sind bei genauer Betrachtung nicht nachvollziehbar. Bei einer Estrich-Dämmschichtdesinfektion wird eine Wirkstofflösung bis zur Oberkante des Estrichs in den Aufbau eingebracht. Es findet ein „Spülvorgang“ statt. Wie jedem bewusst sein sollte, werden auch kleinste Mikroorganismen und Teile davon in der Lösung transportiert und in Filtern abgeschieden. Insbesondere Sporen lassen sich damit hervorragend beseitigen. So wird im Gesundheitswesen bei bestimmten Sporenbildnern (Clostridium difficile) als Hygienemaßnahme die Händewaschung mit sehr viel Wasser vorgeschrieben. Zwar handelt es sich hierbei um Bakteriensporen, diese sind hinsichtlich der hier relevanten Eigenschaften mit Schimmelpilzsporen absolut vergleichbar.

Desinfektionsgegner hinterlassen bei der Diskussion gerne den Eindruck, dass bei einem Estrich-Rückbau eine „reine“ Bausubstanz hinterlassen würde. Dies ist natürlich, wie weiter oben beim Thema Keimfreiheit bereits ausgeführt, nicht der Fall.

 

Zu guter Letzt wird sehr häufig die „Chemikalien-Keule“ in das Feld geführt. Alle Desinfektionsmittel sind selbstverständlich Chemikalien, die einen mehr, die anderen weniger toxisch. Deshalb ist der Einsatz der richtigen Mittel und der richtigen Anwendung von Bedeutung. Beim richtigen Einsatz kann eine Gefährdung von Mensch, Tier und Umwelt ausgeschlossen werden. Zusammenfassend kann daher gesagt werden:

 

Die Estrich-Dämmschicht-Desinfektion ist eine geeignete Methode zur Sanierung von Wasserschäden mit mikrobiellem Befall. Die von uns vertriebenen Produkte eignen sich hervorragend für diese Anwendung, sind bei richtiger Anwendung ungefährlich und äußerst preiswert.

 

Gerne stehen wir für weitere Auskünfte zur Verfügung.