Formaldehydmessung

Am 29. Juni 2015 vermeldete das CAS-Register der American Chemical Society die 100 millionste Registrierung einer chemischen Substanz. Der wichtigste Teil stellt zweifelsohne die organische Chemie, d.h. die Chemie der Kohlenwasserstoffe, dar.

 

Einer auch in der breiten Bevölkerung besonders bekannter Stoff ist Methanal, besser bekannt unter dem Begriff Formaldehyd. Weitere Begriffe sind Oxomethan, Formyl-hydrat, Ameisensäurealdehyd, Ameisenaldehyd und Methylaldehyd. Umgangssprachlich ist auch der Begriff Formalin bekannt, hierbei handelt es sich jedoch um die handelsübliche, wässrigen Formaldehydlösungen.

 

Formaldehyd ist ein farbloses, stechend riechendes Gas mit einer niedrigen Geruchsschwelle von 0,05 bis 1 ppm. Methanal ist ubiquitär vorzufinden. So atmen Tiere und Menschen diese Kohlenstoffverbindung aus, selbst in Lebensmitteln ist Formaldehyd zu finden. Vielen unbekannt ist der Umstand, dass beim Rauchen von Tabakwaren hohe Konzentrationen von Formaldehyd entstehen.

 

Neben den anthropogenen Quellen wird Formaldehyd in großem Umfang synthetisch hergestellt. Die Jahresproduktion liegt in einer Größenordnung von circa 20 Millionen Tonnen. Dies zeigt, dass der Stoff in vielen Bereichen des täglichen Lebens eingesetzt wird, so z.B. in Desinfektionsmitteln, in Reinigungsprodukten, in der Kosmetikindustrie, in Textilien und in großem Stil bei Bauprodukten. In diesem Zusammenhang machen wir ausdrücklich darauf aufmerksam, dass die von uns eingesetzten Desinfektions-

mittel aldehyd (z.B. Glutural)- und formaldehydfrei sind.

 

Formaldehyd ist krebserzeugend, erbgutverändernd und fortpflanzungsgefährdend. Das „Problem Formaldehyd“ wurde in der breiten Bevölkerung erstmals im Zusammenhang mit Möbeln aus Spannplatten in den 80iger Jahren wahr- genommen. Fakt ist jedoch, dass bereits im Jahr 1944 in den USA ein Grenz-/Richtwert festgelegt wurde. Allerdings ist bis heute kein wirkungsbezogener Inneraumrichtwert festzu-stellen.

 

Die von uns durchgeführten Formaldehydmessungen können zeitpunkt(aktiv)- oder zeitraumbezogen (passiv) durchgeführt werden. Die passive Messung ist vorzuziehen, da das Verhalten der Raumnutzer durchaus eine Rolle spielt. Als Maßstab verwenden wir den von der Weltgesundheits-organisation (WHO) in den Jahren 1982/1987 postulierten Wert. Die unterschiedlichen in der Vergangenheit veröffentlichten Werte entnehmen Sie bitte der nachfolgenden Übersicht.

Sind die gefundenen Werte höher als der WHO-Wert sollten unbedingt weitere Messungen erfolgen, um die Messergebnisse nachhaltig zu bestätigen. Ist dies der Fall, so ist eine Sanierung dringend anzuraten.

 

Die Sanierung bei zu hohen Formaldehydkonzentrationen erweist sich im Regelfall jedoch als besonders schwierig. Die sinnvollste Methode ist der Rückbau, was wirtschaftlich – nach unseren Erfahrungen – selten vertretbar, noch durch die Betroffenen finanzierbar ist.

 

Neben der Entfernung kann man sogenannte Maskierungs-systeme einsetzen. Dabei handelt es sich um Folien oder um formaldehydbindende Anstriche/Beschichtungssysteme  mit speziellen Lacken bzw. Lasuren. Darüber hinaus sind chemische Behandlungen, wie die Beaufschlagung mit Ammoniakgas bekannt. Diese haben immer wieder gezeigt, dass sie funktionieren, derartige Behandlungen bzw. Sanierungen sind jedoch mit den Einschränkungen dahin-gehend verbunden, dass Materialien in den Innenräumen beeinflusst werden.

 

Hinsichtlich eines erweiterten Informationsbedarfes, sprechen Sie uns bitte an.