Luftreiniger

Luftreiniger, Luftwäscher oder Raumluftreiniger - sie alle versprechen ein gesundes Klima und Hilfe gegen alle möglichen Luftschadstoffe wie Schimmelpilze, Gerüche, VOCs, Allergene und, und, und. Was aber ist dran an diesen Versprechungen? Lassen sich Staub-, Gas- und Geruchspartikel tatsächlich so einfach eliminieren und somit eine "unbelastete" Raumluft schaffen?

 

Die Antwort ist ein klares "kommt darauf an". Denn die Beantwortung, ob die Reinigung der Luft tatsächlich funktioniert, hängt nach heutigem Wissensstand von der jeweils eingesetzten Technologie ab. 

 

Grundsätzlich sind zwei Systeme vorzufinden. Die einen führen zur Reduktion von Schadstoffen durch eher physikalische Vorgänge, wie die Filtration mit unterschiedlichen Filtern. Hierbei werden Aktivkohle-, Hepa- (high efficiency particulate arrestance-filter), ULPA (ultra Low Penetration Air) und SULPA-Filter (super ULPA) eingesetzt. Neben dem Einsatz in OP- und Reinräumen finden diese Filtertechnologien auch bei den Luftreinigern bzw. Luftwäschern Anwendung. So kann beispielsweise durch den Einsatz derartiger Raumluftreiniger die Benutzbarkeit von schimmelpilzbefallenen Räumen aufrechterhalten oder im Rahmen der Sanierung unterstützend eingesetzt werden. Dass diese Systeme seit vielen Jahren funktionieren, ist nicht nur in der Praxis, sondern auch wissenschaftlich nachhaltig bestätigt. Unterlegt sind diese Systeme durch entsprechende Normensysteme wie die DIN EN 1822 bzw. die ISO 29463.

 

Die zweite Möglichkeit zur Reinhaltung der Innenraumluft basiert auf physikalisch-chemischen Systemen, wie z.B. Ionisierern, Ozongeneratoren,  oder mit  "Luftsauerstoffaktivierungen", eine Kombination aus Ionisation und Ozonbehandlung. Besonders in Mode gekommen sind seit einiger Zeit auch sogenannten photokatalytischen Systeme. 

 

Dass die Ionisation und die Ozonierung mehr schadet als nutzt weiß man seit vielen Jahren (siehe auch: Vorsicht Ozon/Vorsicht Ionisation). Dies geht sogar zu deutlichen Forderungen dahingehend, dass der Einsatz ozonproduzierender Raumluftreinger verboten werden soll. (ASHRAE, 01-2015: The current state of the science regarding the health effects of ozone strongly suggests that the use of air cleaners that emit ozone by design should not be permitted; the same information and advice is given by the U.S. EPA, among others, EPA 2013). Wie gefährlich der Einsatz von Raumluftreinigern ist, zeigt auch die Untersuchung von Olaf Zeidler aus dem Jahr 2009 (siehe auch Quellenhinweise).

Die dunkelblau eingezeichneten Balkenhöhen zeigen das Schadstoffausmaß ohne den Einsatz des "Luftwäschers". Der gesamte Balken (hell- und dunkelblau) spiegelt die Schadstoffkonzentration während des Betriebes des "Luftreinigers" wieder.

 

Dass die photokatalytischen Systeme ebenso ungeeignet, ja in vielen Fällen sogar gefährlich sind , zeigen viele andere Untersuchungen. So kann der Einsatz von Luftreinigern auf photokatalytischer Basis dazu führen, dass erst gefährliche Schadstoffe, wie Formaldehyd  oder Chloracetone in den Raum eingetragen werden (Gunschera, J., 2014).

 

Auch das Umweltbundesamt hat im August 2015 endlich reagiert. In der Bekanntmachung des UBA, "Stellungnahme der Innenraumluft-Kommission (IRK) zu Luftreinigern" wird vom Einsatz derartiger Geräte explizit abgeraten. Mehr dazu unter dem folgendem Download.