Kaltvernebelung mit Wasserstoffperoxid

Die Raumdesinfektion mit Wasserstoffperoxid (H2O2) wurde erstmals 1985 für die Oberflächen- und Raumluftdesinfektion in den USA zugelassen. In der Liste des RKI wurde erstmalig 2012 das VHP-H202-Verfahren aufgenommen. Heute ist dieses Verfahren ein anerkanntes Verfahren für die RKI-Wirkungsbereiche A,B,C und D in bestimmten Einsatzgebieten. In der Liste der vom Robert-Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren wird im Übrigen seit 2013 das Wasserstoffperoxidverfahren aufgeführt. In diesem Zusammenhang muss ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht werden, dass dies nur unter ganz bestimmten Bedingungen der Fall ist. Diese Bedingungen werden aber von den meisten Anbieter von Kaltvernebelungsprodukten und -systemen nicht erwähnt. Im Sinne der Seriösität muss an dieser Stelle auf das Informationsblatt zur Desinfektionsmittelliste des Robert-Koch-Institus hingewiesen werden. Die Produkte und Verfahren in dieser Liste betreffen behördlich angeordnete Entseuchungen und haben für die Kaltvernebelungen im Rahmen prophylaktischer  Desinfektionen oder Sanierungsdesinfektionen keinerlei Relevanz. Hinweise von Herstellern und Anbietern auf diese Liste sind daher mehr als nur fragwürdig.

 

Neben der Aufnahme in die RKI-Liste haben sich in den letzten Jahren eine Reihe kommerzieller Verfahren entwickelt, sehr viele davon im europäischen Ausland. Aber auch in Deutschland werden mittlerweile effiziente und nach europäischen Normen geprüfte Systeme angeboten.

 

Die Vernebelung von Wasserstoffperoxid hat den großen Vorteil, dass das Wasserstoffperoxid in natürliches Wasser und natürlichen Sauerstoff zerfällt. Das von uns eingesetzte Produkt ist ein Spezialwasserstoffperoxid, welches VAH-zertifiziert ist. Entscheidend ist jedoch die Tatsache, dass die Zertifizierung "ohne Wischen" und mit "hoher organischer Belastung" erteilt wurde, was bei fast allen anderen Anbietern nicht der Fall ist. Hinzu kommt, dass unsere Produkte ohne Silberionen auskommen.

 

Die in der Kaltvernebelung häufig eingesetzten Produkte  sind nämlich bis auf wenige Ausnahmen Spezialmischung aus Wasserstoffperoxid (H2O2) und Silberionen. Der Einsatz von H2O2 denaturiert die Zellwände der Mikroorganismen. Als Verstärker wird Silber als wasserlösliches Salz eingesetzt. Somit kommt es zu einer dauernden Abgabe von Silberionen, damit verbunden ist eine zusätzliche biozide Wirkung in dreifacher Hinsicht. Die Silberionen reagieren mit bestimmten Enzymen der Zellwand und stören so den Stoffwechsel über die Zellmembran. Darüber hinaus werden die Ionen in die Zelle aufgenommen, binden an der DNA an und verhindern die Vermehrung. Zu guter letzt verhindern sie das Anhaften von Bakterien an Oberflächen.

 

Allerdings wird bei den Herstellern immer verschwiegen, dass schon seit über 50 Jahren bekannt ist, dass es silberresistente Bakterien und Viren gibt, die sowohl in Krankenhäusern aber auch in der Umwelt gefunden werden (Hund-Rinke, Kerstin et al., Beurteilung der Gesamtumweltexposition von Silberionen aus Biozid-Produkten, Forschungsbericht 360 04 020
UBA-FB 001212, Dessau-Rosslau, 2008). Wie dem aufgeführten UBA-Forschungsbericht ebenfalls zu entnehmen ist, bestehen für die Verwendung von Silber Hinweise auf ein nicht akzeptables Risiko für Boden und Sediment.

 

Für den besonders Interessierten zum Thema Silberionen und Biozidprodukte stellen wir die UBA- Forschungsarbeit als Download zur Verfügung.