UBA Schimmelleitfaden 2017

Im Jahr 2016 war der erste Entwurf des neuen UBA Schimmelpilzleitfaden im Internet zu finden. Dieser wurde jedoch dann plötzlich von der Internetseite genommen. Wie von vielen Seiten kolportiert, war der Grund, dass in Gutachten bereits Verweise auf diesen Gelbdruck genommen wurde.

 

Am 20. März 2017 wurde von der IRK (Innenraumlufthygiene-Kommission des Umweltbundesamtes) der neue Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden ("Schimmelleitfaden") final beschlossen. So weit so gut, wäre da nicht die seltsamen Methoden des Umweltbundesamtes im Umgang mit der Veröffentlichung bzw. Zurverfügungstellung dieses neuen Schimmelpilzleitfadens.

 

Wie bei derartigen Vorgängen zu erwarten gewesen wäre, wird der Leitfaden der Öffentlichkeit zu einem bestimmten Zeitpunkt zur Verfügung gestellt und im Netz entsprechend zum kostenlosen Download angeboten. Nicht so beim UBA Schimmelleitfaden. Hier wurden am 14.06.2017 eine sogenannte Vorabversion - noch nicht zum Umlauf Printversion (Layoutversion) folgt! versendet. Diese Version ging an die Mitglieder der Innenraumhygienekommission, ein sicherlich nicht ungewöhnlicher Vorgang. Gleichzeitig wurde die Version an alle Einsprecher gesendet und dass noch mit einer Zusammenfassung aller Einsprüche und der Entscheidung zur Annahme oder Ablehnung. So konnte jeder Einsprecher die Einsprüche der anderen und deren Ausgänge sehen. Von Datenschutz keine Spur und obendrein diletantischer Weise noch im Word-Format. Seit dem 14.06.2017 verfügte so eine kleine Klientel (unter anderem auch wir) über den Schimmelleitfaden 2017 des Umweltbundesamtes. Sofort begannen im Netz Diskussionen, insbesondere das Thema Desinfektion bzw. Biozidbehandlung war Gegenstand vieler Mails. Verschiedene Kommentare von Mitgliedern der Innraumlufthygiene-Kommission und deren Mitwirkenden verstärkten den Eindruck, dass man offensichtlich mit inhaltlichen Informationen (so waren z.B. Literaturangaben persönliche Mitteilungen) und mit der Verteilung von Vorabversionen (noch nicht zum Umlauf bestimmt) nicht umzugehen weiß. Aber es sollte noch besser kommen.

 

Vom 19. bis zum 21. Juni 2017 fand die 21. Pilztagung statt. Diese wurde vom Bundesverband Schimmelsanierung (BSS) und dem Berufsverband Deutscher Baubiologen (VDB) in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt veranstaltet. Sieht man sich die jeweiligen Mitglieder der Organisationen und der Referenten an, so wird man immer wieder Überschneidungen mit Personen des IRK finden. Ein Schelm wer dabei Böses denkt?

Fakt ist, auf der o.a. Pilztagung konnten sich die Teilnehmer diese Vorabversion herunterladen, noch einfacher war es jedoch sich einen bereits fertigen UBS-Stick eines Ausstellers zu besorgen. Auf dem USB-Stick waren natürlich nicht nur die Vorabversion des Schimmelleitfadens, der Aussteller hat unternehmensbezogene Werbung wie z.B. die Preisliste mitaufgeführt. Dem Aussteller kann man für diese Marketingaktion nur herzlich beglückwünschen, das Umweltbundesamt muss sich jedoch fragen lassen, was eine derartige Verteilung von Informationen an offensichtlich nur privilegierte Kreise soll?

 

Das UBA wurde daher von unserem Rechtsbeistand mit dem Hinweis auf eine mögliche Verletzung des Informations-freiheitsgesetzes angeschrieben. Die Antwort (siehe Download) war erwartungsgemäß. Ein Verstoß sei nicht festzustellen, die Empfehlungen in der Vorabversion können angewendet werden, aber selbstverständlicherweise könne diese Version der allgemeinen Öffentlichkeit nicht zur Verfügung gestellt werden. Dies bedeutet jedoch nichts anderes als die Tatsache, dass es durchaus akzeptabel zu sein scheint, dass eine kleiner privilegierter Kreis den Schimmelleitfaden 2017 hat und nutzen kann, der Rest der angesprochenen Kreise kann sehen wo er bleibt und auf die endgültige Version warten. Von Entschuldigung der vorzeitigen Verteilung an "bevorzugte" Kreise keine Spur. Man muss sich daher fragen, wie ein derartiges Verhalten zu beurteilen ist. Ist es Arroganz, Ignoranz, Diletantismus oder sogar Dummheit oder eine Mischung von allem? Und weiterhin muss die Frage gestellt werden, ob die Erarbeitung des Schimmelleitfaden inhaltlich in ähnlicher Manier erfolgte? Zeitlich zumindest hat das UBA sich mit diesem Leitfaden einschließlich des Themas Fußboden nicht gerade mit Ruhm bekleckert.

 

Das Umweltbundesamt und seine Vorläuferorganisation hat in den letzten 44 Jahren viele herausragende Dinge geleistet. Aber wie bei allem im Leben und frei nach Goethe gilt: "Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten". Die Vorgänge um den Schimmelleitfaden 2017 des Umweltbundesamtes scheinen dies zu beweisen.

 

Damit sich auch breite Kreise diese Vorabversion und der Entscheidungen zu den Einsprüchen zu Eigen machen können, stellen wir diese als Download weiter unten zur Verfügung.