Nomenklatur

Zur Bezeichnung von Schimmelpilzen oder Pilzen generell, gibt es eine internationale Vereinbarung. Dies ist der Internationale Code der Nomenklatur für Algen, Pilze und Pflanzen (ICN, manchmal auch ICNafp). Grundsätzliches Ziel ist die Schaffung einheitlicher wissenschaftlicher Bezeichnungen.

 

Schimmelpilze haben die Eigenschaft, dass sie mitunter verschiedene morphologische Formen ausbilden. Dieser sogenannte Plemomorphismus von Schimmelpilzen hat in der Vergangenheit dazu geführt, dass für den gleichen Schimmelpilz unterschiedliche Namen geführt wurden, je nachdem, ob es sich um die anamorphe (asexuelle) oder die teleomorphe (sexuelle) Form handelt. So handelt es sich beim Aspergillus glaucus und beim Eurotium herbariorum um den gleichen Pilz. A. glaucus steht für die asexuelle, E. herbariorum für die sexuelle Sporulation. Durch molekular-biologischen Untersuchungen haben sich gerade bei den Schimmelpilzen erhebliche Änderungen in der Taxanomie und folgerichtig dann auch in der Nomenklatur ergeben.

 

Im Rahmen des 2011 in Melbourne stattgefundenen botanischen Kongresses kam es zu verschiedenen tiefgreifenden Änderungen im ICN, seither auch unter dem Namen Melbourne-Code 2011 bekannt. Wichtigste Änderung war die "Ein Pilz ein Name"-Regel. Fortan werden und wurden die dualen Namen abgeschafft , wobei der ältere Name Vorrang hat. Das oben genannte Beispiel bedeutet daher, dass der Schimmelpilz nun nur noch Aspergillus glaucus heißt. Das Umsetzen der Nomenklaturregeln wird noch viele Jahre dauern, bis diese sich endgültig durchgesetzt haben. Unsererseits verwenden wir bei Bezeichnungen den derzeit gültigen Namen mit dem urpsrünglichen in Klammern.

 

Wer tiefergreifenderes Interesse am Melbourne Code 2011 hat, kann sich diesen unter dem nachfolgendem Download herunterladen.