Viren

Viren sind keine Mikroorganismen und somit keine Lebewesen. Die Einstufung bzw. die Taxonomie der Viren lehnt sich jedoch an die der Lebewesen an. Die höchste für Viren verwendete Einteilungsstufe ist die Ordnung, wobei es heute immer noch Viren gibt, die keiner Ordnung zufallen. Insgesamt kennt man heute 3 Ordnungen (Caudovirales, Mononegavirales, Nidovirales), über 50 Virusfamilien (Endung -viridae), 9 Unterfamilien (Endung -virinae), 164 Gattungen (Endung -virus) und mehr als 3.600 Virusarten.

 

Neben der Taxanomie unterscheidet man Viren häufig in unbehüllte und behüllte, wobei die aus desinfektorischer Sicht schwieriger zu bekämpfenden diejenigen sind, die unbehüllt sind.

 

Viren unterscheidet man nach DNA und RNA-Viren. Hierbei wird ersichtlich was Viren eigentlich sind. Es handelt sich um "ein Stück" Erbinformation. Diese Erbinformationen sind um ein vielfaches kleiner als Bakterien und Schimmelpilze, die Größe liegt zwischen 10 und 1.000 Nanometer. Somit sind Viren auch als Feinstaub einzustufen.

 

Da es sich bei den Viren nur um Erbinformationen und nicht um Lebewesen handelt, kann eine Vermehrung nur durch eine Wirtszelle erfolgen, an die sich das Virus anheftet und eindringt. Alle Lebewesen, auch Bakterien und Schimmelpilze, verfügen über Zellen, die von Viren befallen werden können.

 

Viren können, da sie kein Leben darstellen, über lange Zeiträume persistieren, Viren kann man nicht abtöten, hier spricht man von inaktivieren. Die Verbreitung dieser kleinen "Stücke Erbinformation" ist vielfältig. Luft spielt auch hier eine wichtige Rolle. So konnte wissenschaftlich nachgewiesen werden, dass Erreger der Maul- und Klauenseuche durch Wind über hunderte von Kilometern transportiert wurden und zu Ausbrüchen führten.

 

Seit nicht langer Zeit ist bekannt, dass sich Virussequenzen im menschlichen Erbgut befinden. Heute geht man davon aus, dass etwa 8 % des menschlichen Genoms von Viren stammen, darunter Bruchstücke von früheren Typen des Ebola- oder Marburgvirus. Welche Rolle diese in der Evolution des Menschen gespielt haben, ist bis heute noch unklar. 

 

Wenn Sie weitergehende Informationen zu desinfektorischen Aspekten der Viren haben, sprechen Sie uns bitte an.