Coronaviren

an diesem Text wird weiter gearbeitet, vorab nur unsere Information , welche im Menüpunkt "Aktuelles" vom 31. Januar 2020 bis zum 16. Februar 2020 mit jeweiligen Aktualiserungen zu lesen war:

 

Coronaviren – 2019-nCoV und andere

Coronaviren (Coronaviridae) finden sich in vielen Vogel- und Fledermausarten als natürliche Wirte. Während man bis vor einiger Zeit glaubte, dass es sich um ca. 10.000 Jahre alte, also sehr junge Viren handelt, geht man heute davon aus, dass die Vorfahren der Coronaviren mehrere Millionen Jahre alt sind (Joel, O. et al, A Case for the Ancient Origin of Coronaviruses, Journal of Virology, 2013).

 

Die ersten Entdeckungen des Virus sind in das Jahr 1965 (veröffentlicht 1966) zu datieren und auf verschieden Forscher zurückzuführen (Tyrrell, D. A. ., & Bynoe, M. (1966). Cultivation of viruses from a high proportion of patients with colds. The Lancet, 287(7428), 76–77. doi:10.1016/s0140-6736(66)92364-6 sowie Hamre, D., & Procknow, J. J. (1966). A New Virus Isolated from the Human Respiratory Tract. Experimental Biology and Medicine, 121(1), 190–193. doi:10.3181/00379727-121-30734).

 

Der Begriff der Coronaviren erscheint erstmals 1975 in Tyrrell, D. A. J., Almeida, J. D., Cunningham, C. H., Dowdle, W. R., Hofstad, M. S., McIntosh, K., Bingham, R. W. (1975). Coronaviridae. Intervirology, 5(1-2), 76–82. doi:10.1159/000149883. Die Namensfindung (aus dem Lateinischen für Krone oder Halo) ist leicht verständlich, betrachtet man sich nachfolgendes Bild. Die Viruspartikel erinnern an eine Sonnekorona, mitunter auch an eine Königskrone.

 

Die Familie der Coronaviren gehört in den Bereich der Riboviria und hier zur Ordnung der Nidovirales. Die Viruspartikel weisen eine Größe von 120 bis 160 nm und sind behüllt, daher im Hinblick auf die Desinfektion einfacher zu inaktivieren, begrenzt viruzide Desinfektionsmittel sind ausreichend.

 

 

Derzeit sind 7 humanpathogene Stämme bekannt. Diese sind:

 

1.         229E (HCoV-229E)

2.         OC43 (HCoV-OC43)

3.         SARS-CoV

4.         NL63 (HCoV-NL63, New Haven coronavirus)

5.         HKU1

6.         Middle East respiratory syndrome coronavirus (MERS-CoV)

7.         Neuartiger Coronavirus (2019-nCoV oder Wuhan-Coronavirus)

 

Coronaviren können über Kontakt mit Tieren, aber auch von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion übertragen werden. Ob und wenn ja in welchem Umfang Infektionsketten über unbelebte Oberflächen möglich sind, ist derzeit ungeklärt, jedoch auch nicht auszuschließen. Die Inkubationszeit wird derzeit mit bis zu 14 Tagen angegeben.

 

Wie bei jeder Influenza gilt auch für den Coronavirus Fernhalten von Erkrankten, rücksichtvolles Husten und Niesen, vor allen Dingen aber immer eine gute Händehygiene.

 

Coronaviren sind weltweit die Ursache von ca. 30% der milden und moderaten Infektionen des oberen Respirationstraktes des Menschen (Tech, S. Expression und Charakterisierung  der SUD-Domäne des  SARS-Coronavirus, Lübeck, 2005), sowie von teilweise schweren Infektionen des Respirationstraktes, des Gastrointestinaltraktes, der Leber und des Nervensystems bei Tieren.

 

Erstmalige Berühmtheit erlangte ein Coronavirus im Rahmen der SARS-Pandemie in den Jahren 2002 und 2003. Die Bezeichnung SARS ist die Abkürzung für „severe acute respiratory syndome“ oder im Deutschen „schweres akutes Atemwegssyndrom.

 

Ursprung der Pandemie lag in China, ein Ort in der Provinz Guangdong gilt als Quelle. Übertragen wurde das Virus von sogenannten Schleichkatzen, die auch mitunter ökonomische Bedeutung haben, so beispielsweise in der Parfümproduktion. Darüber hinaus werden einige Arten auch als Fleischlieferanten genutzt, wahrscheinlich war dies die Ursache der Übertragung vom Tier zum Menschen.

 

SARS war die erste durch Coronaviren schwere Infektionen hervorrufende respiratorische Infektionskrankheit. Offiziell wurden über 8.000 Erkrankungen mit 774 Todesfällen bestätigt, die Lethalität lag bei 9,7 %. “. Selbst der Entdecker der Krankheit, der italienischen Arzt und WHO-Mitarbeiter Carlo Urbani, erkrankte und verstarb daran im Alter von nur 47 Jahren.

 

Ein noch höhere Todesrate durch Coronaviren ist beim sogenannten MERS zu finden. Hinter dem Begriff MERS versteckt sich die Bezeichnung „Middle East Respiratory Syndrome“. Diese auf der arabischen Halbinsel erstmal im Frühjahr 2012 festgestellte Krankheit hat in den Jahren 2012 und 2015 zu mittlerweile 2.400 bestätigten Fällen geführt. Die dabei verstorbene Patientenzahl lag bei 800, mithin bei über 33 %!

 

Die Erregerquelle bei MERS sind nach heutiger Erkenntnis Dromedare, auch als einhöckrige Kamele bekannt. Wie auch bei SARS kann eine Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgen, nach heutigem Erkenntnissen jedoch nicht so nachhaltig.

 

Ende 2019 hat erneut ein Coronavirus bis heute Schlagzeilen gemacht. Dieses Mal handelt es sich um den Typen 2019-nCoV oder neuartiger Coronavirus. Ursprung einmal mehr China und hier die Provinz Hubei mit ihrer 11-Millionen-Stadt Wuhan.

 

Die sich täglich überschlagenden Meldungen zeigen, dass sich das Virus pandemisch verhält, auch sind die ersten Todesfälle außerhalb Chinas bekannt.

 

Wie bei den bereits oben genannten Coronavirus-Erkrankungen handelt es sich um eine Infektion des respiratorischen Traktes. Die Erregerquelle ist unbekannt, zuerst wurden Schlangen vermutet und seit kurzem das Schuppentier Pangolin. Die Mensch-zu-Mensch-Übertragung leicht möglich. Bei den bis heute (31.01.2020) bekannten28.000 gesicherten Fällen und 24.000 weiteren Verdachtsfällen, lag die Zahl der daran verstorbenen bei 564 und somit deutlich unter der Lethalität der SARS und MERS-Erkrankungen. Unter den Verstorbenen befindet sich auch der chiniesische Doktor Li Wenliang, einer von acht Whistleblowern, die von Anfang an versucht haben zu warnen, von den örltichen Polizeibehörden jedoch unterdrückt wurden.

 

Gegen eine Infektion der genannten Coronavirus-Erkrankungen gibt es weder eine passive noch aktive Impfmöglichkeit. Schutz bieten daher an erster Stelle, insbesondere für Schwangere, Ältere und sonstige immunsupprimierte Personen der Verzicht auf Reisen in gefährdete Gebiete, Distanz von Menschen mit respiratorischen Erkrankungen und eine gute Händehygiene.

 

Mit einem weiteren Import von Fällen in Deutschland ist zu rechnen, gleichwohl ist die Gefahr einer Ansteckung (noch) verhältnismäßig gering.

 

 

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