Norovirus

Im Zeitraum vom 19. September bis zum 10. Oktober 2012 kam es zum größten lebensmittelbedingten Ausbruch von Norovireninfektionen in Deutschland. Auslöser waren Tiefkühl-Erdbeeren, die mit Noroviren kontaminiert waren und über Gemeinschaftseinrichtungen verteilt wurden.

 

Der Norovirus oder Norwalkvirus ist weltweit verbreitet und kommt aus der Familie der Caliciviridae. Hierbei handelt es sich um 35 bis 40 Nanometer (35 bis 40 Milliardstel Teil eine Meters!) große einsträngige RNA, welche unbehüllt sind. Unterteilt werden diese aufgrund genetischer Unterschiede in fünf Genogruppen und wenigstens 20 Genotypen unterteilt. Neben dem human relevanten Virus finden sich andere Norovirusarten, die Mäuse, Rinder, Schweine, ja selbst sogar Austern befallen können.

 

Der Name stammt aus dem kleinen Städtchen Norwalk in Ohio, wo es im Rahmen eines Gastroenteritis-Ausbruches 1968 entdeckt, allerdings erst im Jahre 1972 systematisch erforscht wurde.

 

Die Übertragung erfolgt fäkal-oral (d.h. durch Handkontakt mit kontaminierten Flächen) oder durch die orale Aufnahme virushaltiger Tröpfchen, die im Rahmen des sich Übergebens entstehen. Infektionen können aber auch von kontaminierten Speisen (Früchte, Salate, Krabben, Muscheln u. a.) oder Getränken, wie beispielsweise verunreinigtes Wasser, ausgehen.

 

Die Inkubationszeit beträgt zwischen 6 und 48 Stunden. Die Kontagiösität ist extrem hoch, denn schon 10 bis 100 Viruspartikel genügen als minimale Infektionsdosis.

Erschwerend kommt hinzu, dass Noroviren-Patienten noch bis zu 14 Tagen, in einigen Fällen sogar noch über Wochen über den Stuhl die Viren ausscheiden.

 

Die durch das Virus hervorgerufenen Gastroenteritiden (Magen-Darm-Erkrankungen) sind durchweg heilbar.

Noroviren verursachen akut beginnende Gastroenteritiden, die durch schwallartiges heftiges Erbrechen und starke Durchfälle (Diarrhöe) gekennzeichnet sind. In einzelnen Fällen kann die Symptomatik auch auf Erbrechen ohne Diarrhöe oder auf Diarrhöe ohne Erbrechen beschränkt sein. Hinzu kommt in der Regel ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit abdominalen Schmerzen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Myalgien und Mattigkeit.

Die Therapie erfolgt symptomatisch durch Ausgleich des z. T. erheblichen Flüssigkeits- und Elektrolytverlustes.

 

Gegen eine Infektion mit dem Norovirus kann man sich derzeit weder aktiv noch passiv impfen. Als präventive Maßnahmen gibt es daher derzeit nur die systematische Einhaltung von Hygieneregeln, insbesondere in allen Einrichtungen des Gesundheitswesens und sonstiger Gemeinschaftseinrichtungen. Darüber hinaus hat sich beim Einsatz von Vernebelungssystemen gezeigt, dass sich die Zahl der Noroviren-Fälle, aber auch der Fälle mit Clostridium difficile und MRSA deutlich reduzieren ließen. So wurden im November 2008 im „The Royal Liverpool Hospital“ mehrere Vernebelungssysteme installiert. Dies führte durch die geringere Zahl der Norovirenfälle in der Zeit vom 01. Dezember 2008 bis zum 01. März 2009 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum zu Einsparungen von 1.352 Bettentagen oder ca. 800.000 €.

 

Auch durch den Einsatz unserer Kaltvernebelungssysteme ist es bereits gelungen die über 10 Monate andauernden Ausbrüche in einer Gemeinschaftseinrichtung nachhaltig zu unterbrechen. Darüber hinaus verfügen wir auch über Flächendesinfektions-

mittel, die nicht nur als viruzid, sondern als viruzid high level eingestuft sind.